DFO e.V. - Forschung, Wissenschaft und Technik für industrielle Lackiertechnik in Deutschland
Interner Bereich
Benutzer
Passwort
 
Serviceportal
Benutzer:
Passwort:
 
  Ansprechpartner:
Herr Timmermann
Kontakt:
timmermann@dfo-online.de
Telefon:
+49 (0)2131-40811-22
Telefax:
+49 (0)2131-40811-11

Projekte



2200-066 - Entwicklung technologischer Maßnahmen zur wirtschaftlichen Applikation von Wasserlacken auf Holzoberflächen mit dem Ziel der Quellungsverminderung und Energieeinsparung zurück


Projektdauer:
01.02.2006 - 31.08.2008

Förung durch:
Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

Aktueller Stand::
Abgeschlossen

Wasserlacke erfordern, neben einem höheren Aufwand bei der Applikation im industriellen Maßstab, auch die Anwendung von forcierten Trocknungsverfahren, um Aufquellungseffekte zu minimieren und eine schnelle Weiterverarbeitung zu ermöglichen. Eine Minimierung der mit der Wasserlackanwendung auf Holzoberflächen entstehenden Probleme führt zu einer größeren Akzeptanz der umweltfreundlichen Wasserlacke und ermöglicht es, die Anforderungen der VaC-Richtlinie zu erfüllen. Deshalb wurden unter Verwendung von wasserbasierenden Möbellacken umfassend die Möglichkeiten für eine forcierte Trocknung mit unterschiedlichen Technologien verglichen. Mit den Untersuchungen wurden für transparente und pigmentierte Wasserlacksysteme festgestellt, dass, in Abhängigkeit der ausgewählten Materialvarianten (Lack und Substrat), die Trocknungsvarianten mit niedrigen Trockentemperaturen (Optimiertes Infrarot-, Hochfrequenz-Streufeld- oder Hydrextrocknung) die besten optischen Testresultate bei der visuellen und haptischen Beurteilung zeigten. Besonders bei dunkel pigmentierten und glänzenden Lacken war eine schonende Trocknung mit niedrigen Temperaturen von großer Wichtigkeit, da Glanzverlust, Blasen und Aufkocher als Auswirkungen bei höheren Temperaturen auftraten. Mit höheren Trockentemperaturen, die durch den Einsatz von Infrarot-Strahlung erreicht wurden, konnten jedoch bessere Oberflächenbeständigkeiten insbesondere gegen ausgewählte Chemikalien sowie gegen mechanische Einflüsse(höhere Kratzfestigkeit) erzielt werden.

Weiterhin konnte nachgewiesen werden, dass sich durch den Einsatz ausgewählter Polyelektrolyt-Lack-Substratkombinationen eine Verringerung der Aufquellung der lackiertenHolzoberfläche erzielen lassen. Der Effekt ist dabei stark abhängig von der Art der Trocknung der wässrigen Polyelektrolytlösungen. Bei Nichteignung des Parametersatzes (Substrat, Polyelektrolyt, Trocknungsvariante) kann es jedoch zu Enthaftungen und optischen Beeinträchtigungen kommen. Da das Ergebnis der Beschichtung weiterhin von der Sorgfalt und Wahl der optimalen Parameter abhängt und in den meisten Fällen eine forcierte Trocknung für die Grundierung notwendig ist, muss dennoch die Frage nach Aufwand und Nutzen bei gleichzeitig erhöhtem Risiko der Verschlechterung anderer Oberflächeneigenschaften gestellt werden.

Abschließend wird festgestellt, dass eine eindeutige Klassifizierung der unterschiedlichen Trocknungsvarianten schwierig ist. Keine der untersuchten Trocknungstechnologien erwies sich in allen Beurteilungskriterien als das vorteilhafteste Universalverfahren. Jedes der acht Verfahren wies in unterschiedlichen Bereichen Vorzüge und Einschränkungen auf, so dass das optimale Trocknungsverfahren nur in Kombination mit dem jeweiligen eingesetzten Lacksystem, dem jeweiligen Substrat und der örtlichen Situation bestimmt werden kann. Trotzdem ist es vor dem Hintergrund der in Kraft getretenen VOC-Richtlinie und der Umsetzung der Decopaint-Verordnung gelungen, durch eine umfassende Betrachtung der Trocknungsprozesse, die neben der Bewertung der erzielten Oberflächenqualitäten auch Effektivitätskriterien berücksichtigt, sowohl für Handwerksbetriebe als auch für die industrielle Fertigung von Holz- und Holzwerkstoffen allgemeingültige Aussagen und Empfehlungen zu den einzelnen Trocknungsverfahren in Form einer Richtlinie zu erstellen.

Abschlussbericht: Bestnr.: 2200-066 Preis: 144€





Projekte, Tagungen und Lehrgänge